Unterschied: bonitätsabhängiger und bonitätsunabhängiger Kreditzins

Schaut man sich die Bedingungen für Kredite näher an, findet sich bei jeder Bank wortwörtlich oder in leicht abgewandelter Form folgendes Vergabekriterium: „Bonität vorausgesetzt.“ Wenn nun von bonitätsabhängigen und bonitätsunabhängigen Darlehenszinsen die Rede ist, heißt das also nicht, dass ein Kredit möglicherweise auch unabhängig von der Bonität vergeben wird. Die Bezeichnungen geben lediglich Aufschluss darüber, wie die Zinsen für den jeweiligen Kredit festgelegt werden.

Bonitätsabhängig

Arbeitet ein Kreditinstitut mit bonitätsabhängigen Zinsen, ist die Kreditwürdigkeit nicht nur ausschlaggebend für die Kreditvergabe, sondern auch für die Konditionen. Je besser die Bonität des Kunden, desto geringer stufen Kreditinstitute das Ausfallrisiko ein. Das wiederum erlaubt der Bank, den Zinssatz für das gewünschte Darlehen etwas niedriger anzusetzen, weil der Preisfaktor „Risiko“ nicht so sehr ins Gewicht fällt. Das Prinzip ist relativ einfach: guter Kunde, guter Kurs. Auf der anderen Seite heißt das für Interessenten, deren Bonität nur als mittelmäßig oder schlecht eingestuft wird – aber nicht so schlecht, dass der Antrag von vornherein abgelehnt werden müsste –, dass sie tiefer in die Tasche greifen müssen. Sie bezahlen das Risiko mit, das die Bank bei der Kreditvergabe eingeht. Wie genau sich die Bonität auf den Zins auswirkt, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Jedes Unternehmen hat diesbezüglich ein eigenes „Rezept“.

Bonitätsunabhängig

Weniger kompliziert, aber nicht automatisch besser, ist der bonitätsunabhängige Zins. Die Kreditinstitute achten zwar genauso streng darauf, dass die Voraussetzungen für die Kreditvergabe erfüllt werden. Das Ergebnis der Prüfung bzw. der bankinterne Score des Kunden fließt jedoch nicht in den Zinssatz ein. Der steht von Anfang an fest. Die unangenehme Überraschung, dass ein Darlehen aufgrund höherer Zinsen plötzlich deutlich teurer wird, bleibt damit aus. Der Zins richtet sich vielmehr nach der Laufzeit und der gewünschten Kreditsumme – zwei Faktoren, die auch beim bonitätsabhängigen Kredit berücksichtigt werden. Das mögliche Risiko, dass ein Darlehen „platzen“ könnte, bleibt bei der Zinsberechnung hingegen außen vor. Stattdessen handelt es sich um eine Art Mischkalkulation, basierend auf den Erfahrungswerten der vergangenen Jahre und künftigen Erwartungen.

Welche Variante ist besser?

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Besteht die Wahl zwischen Krediten mit bonitätsabhängigen und bonitätsunabhängigen Zinsen, lässt sich nicht pauschal sagen, welche Variante besser bzw. günstiger ist. Es gibt höchstens ein paar Anhaltspunkte, wann welche Zinskalkulation zum Vorteil wird. Kunden, die finanziell gut gestellt sind, ein hohes Einkommen erzielen und ausreichend Sicherheiten haben, fahren in aller Regel mit einem bonitätsabhängigen Zins besser. Sie stellen für die Bank kein großes Risiko dar und müssen dementsprechend nicht mit größeren Aufschlägen rechnen. Anders sieht es aus, wenn die Bonität leichte Macken hat. Der „Risikozuschlag“ beim Zins kann die Kreditkosten zwar steigen lassen – aber immerhin ist die Chance hier höher, eine Kreditzusage zu bekommen.

Da sich nicht vorhersagen lässt, wie sich die Bonität genau auf den Zinssatz auswirkt, bleibt für eine verlässliche Antwort nur der Vergleich mit anschließender Kreditanfrage. Erst dann lassen sich die Konditionen bonitätsabhängiger und bonitätsunabhängiger Kredite miteinander vergleichen. Mehrere Kreditanfragen bei unterschiedlichen Banken verschlechtern nicht mehr die Bonität. Deshalb sollten Kreditinteressierte Verbraucher unseren Kreditvergleich intensiv als Basis ihrer Recherchen nutzen.